Freitag, 19. Juli 2013

Morgen ist es soweit. Meine Reise beginnt, 733 km ins jetzt noch ungewisse.



Organisation

Ich fliege morgen vom Frankfurter Flughagen nach Bilbao und von da aus wird es mit dem Bus weiter gehen.
Ich habe manchmal das Gefühl gehabt das organisieren dauert fast länger als den Jakobsweg an sich selber wandern. Zudem glaube ich das ich mich zu verrückt gemacht haben. Mir wurde immer gesagt das man auf jeden Fall eine schnell trocknende Hose braucht, einen super teuren Flies weil das der einzig wahre ist und ohne ihn könnte man nicht überleben und so weiter. Aber wenn man sich mal an die Zeit vor 500 Jahren erinnert, da gab es noch keine extra schnell trocknende Hose keine super teuren Fliese und die Pilger haben trotzdem überlebt.
Ich habe keine Bücher über die Erfahrung anderer auf dem Jakobsweg gelesen, da ich meine eigenen Erfahrungen machen möchte und nicht schon Voreingenommen meine Reise antreten will. Ich habe auch nicht viel trainiert was mit vielleicht sogar noch zum Verhängnis werden kann.

Einen Tag vor der Abreise (also heute), habe ich meinen Rucksack gepackt.
Meine Packliste:
  • Rucksack
  • Schlafsack
  • Seidenschlafsack
  • Wanderschuhe
  • 2 Paar Wandersocken
  • 2 Ersatzschnürsenkel
  • 1 lange Hose mit Reizverschluss zum kürzen (schnell trocknend)
  • 1 kurze Hose (schnell trocknend)
  • 5 Unterhosen
  • 1 Schlafanzug
  • 1 Bikini
  • 3 T-Shirts
  • 1 Top
  • 1 Flies
  • 1 Regenjacke
  • 1 Capi
  • Sonnenbrille
  • 1 Kissenbezug
  • 1 großes Handtuch
  • 1 kleines Handtuch
  • 1 Reisezahnbürste
  • Zahnpasta
  • 1 Hirschhorn Talg
  • Sonnencreme
  • 2 Blasenpflaster + normale Pflaster
  • Tagebuch + Stift
  • Videokamera
  • Handy (nur für den Notfall)
  • Aufladekabel
  • Magnesium (gegen Muskelkater)
  • Wäscheklammer
  • Shampoo + Duschgel
  • Flip Flops
  • Pilgermuschel
  • Pilgerausweis
  • Personalausweis


    Ängste, Erwartungen und Wünsche

    Eigentlich bin ich davon überzeugt das ich es schaffen werden den Jakobsweg zu bestreiten aber tief in mir drin ist immer noch ein fünkchen Angst das ich es körperlich nicht schaffen,da ich nicht sonderlich viel trainiert habe. Ich bin zwar 2-3 in der Woche joggen gegangen aber ich denke mal das man das nicht mit dem wandern der Jakobswegs vergleichen kann. Ich mache mir auch Gedanken über die Temperatur. Es kann durchaus mal 35° im Schatten sein.
    Ich frage mich auch, wie es werden wird wenn man mit um die 20 Personen in meinem Raum schläft. Ohne Privatsphäre und das 6 Wochen lang. Da ich ein Mensch bin der auch mal seine Ruhe braucht und sich zurück ziehen will. Und ich frage mich wie ich damit umgehe nur 3 T-Shirts anstatt um die 150 zu haben, nur 2 Hosen anstatt 50. Fragen über Fragen kreisen mir in meinem Kopf herum, aber ich werde erst nach diese 6 Woche eine Antwort auf sie haben.


    Meine Erwartungen sind das es anstrengend wird, vor allem körperlich aber auch teilweise seelisch.
     Ich haben mir vorgenommen am Anfang ca. 18-20 km am Tag zu wandern und mich langsam zu steigern.
    Ich möchte nicht mit zu vielen Erwartungen die Reise antreten, da ich vielleicht nachher enttäuscht bin wenn es nicht zu eintrifft wie erhofft. Ich habe lieber Wünsche als Erwartungen.


    Meine Wünsche sind, das der Jakobsweg mir dabei hilft, dass ich lerne loszulassen und das ich Begreife das nicht immer alles vollkommen durchgeplant sein muss. Ich wünsche mir, das ich es schaffe, den Stress den ich mir immer selber verursache, hinter mir zu lassen und einfach mal nicht an morgen denken müssen, sondern den Tag auf mich zukommen lasse und das akzeptiere was er mir bringt, so wie Freude und Hürden. 
    Ich möchte raus aus dem gewöhnlichen Alltag, etwas neues erleben und entdecken. Ich möchte Abstand von allem gewinnen und ein Stück weit zu mir finden.

     Ich wurde oft nach dem „Warum“ gefragt, aber ich konnte bis jetzt noch keine endgültig Antwort geben, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Ich will einfach einen Traum von  mir verwirklichen, ohne großartigen religiösen Hintergrund. Einmal eine so langeWanderung machen, 6 Wochen von einem Ort zum anderen ziehen, keinem Rechenschaft schulden und einfach Frei sein. Frei entscheiden können, wie weit ich laufe und mit wem ich rede oder gemeinsam wandere.

    Es erscheint mir jetzt noch unwirklich am Samstag auf dem Jakobsweg zu sein, aber ich habe jetzt schon dieses Kribbeln im Bauch wenn ich daran denke das es am Samstag los geht.





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